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Der Junge am Meer

5
Aug
2009

Sternenhimmel

Leise rollten die Wellen an Land, beendeten ihre lange Reise und benetzten die Füße des Jungen am Meer. Begleitet von Freunden die ihm die Dunkelheit geschenkt hatte, wanderte er über die Dünen des endlosen Strandes. Die letzten Nächte waren sehr kalt gewesen doch diese eine Nacht sollte ihm Wärme schenken.

Während die philosophischen Gespräche weniger wurden und nur noch eine Flasche des unbekannten Gerstensaftes die Runde machte, legte der Junge am Meer seinen Kopf in den Sand. Seine feuchten Augen sahen in einen schwarzen Himmel. Nur ein weiß, flimmender Streif durchzog den endlosen Himmel. Und die klar abgezeichneten Sterne. So hell, so klar, so deutlich hatte er sie nie wahrgenommen. So nah und doch so fern. Kein Ton war zu hören, kein Rauschen des Windes, sogar die Wellen rollten nun tonlos an den Strand. Die Sterne fesselten seinen Blick. Er fühlte wie sein Geist alle Fühler nach außen streckte, wie sein Geist langsam seinen Körper verließ und sich der Situation hingab. Die völlige Freiheit des Geistes. Und jetzt war alles klar, alles deutlich und so einfach zu verstehen. Nichts ist wichtig, nichts ist groß, nichts ist mächtig oder reich. Alles hat seinen Platz, alles hat seine Berechtigung und alles hat die gleiche Reinheit und Schönheit. Alles ist klein und unwichtig und doch Teil des Ganzen. Sein Geist kannte keine Grenzen mehr, kein Halten, kein Zögern oder Hadern. Wie Sauerstoff atmete sein Geist Reinheit und Klarheit, Wissen und Glaube, alles sog er ein wie ein Schwamm das Wasser.

Und dann blickte der Mond ihn freundlich an, berührte seinen Geist mit Güte und Barmherzigkeit und deutete ihm den Weg zurück in seinen Körper, zurück in die Grenzen seines Verstandes. Doch diese Grenzen beengten ihn nun nicht mehr, denn sie waren überwindbar und sein Geist wußte wie.

Es war ein kurzer Moment der Stille. Das Lachen ertönte und die Stimmen aus der Dunkelheit. Die Stimmen der Freunde die bei ihm saßen. Und doch war es ein Moment der Ewigkeit, der eine Moment der sein Herz, seinen Geist, seine Seele berührte wie ein Donnerschlag.

Als die Nacht ging und der Tag kam, gingen die Freunde die einst die Dunkelheit gebar. Sie ließen ihn allein an diesem Tag der endlich einmal wolkenleer war. Der Himmel war blau und die Sonne lachte freundlich von ihrem mittäglichen Sitz. Er ging den Strand entlang, mit einem Lächeln im Gesicht dass er glaubte verloren zu haben. Und nur dieser eine Augenblick, dieser Moment hatte ihm etwas Neues geschenkt. Etwas hatte das Leben des Jungen am Meer verändert....der Sternenhimmel!

14
Okt
2008

Once in a lifetime...

Wie ein warmer Frühlingswind streichelten die Worte den Jungen am Meer, während er in die Ferne blickte. Das Mädchen mit dem schwarzen Haar war lautlos an ihn heran getreten. Plötzlich stand sie da, blickte ihn lächelnd an und ihre Augen drangen ohne Schmerz in seine Seele. Jedes gehauchte Wort war der Flügelschlag eines Engels, jede gesprochene Zärtlichkeit war wie ein lang ersehnter Kuss.

Zu jener Zeit waren sie allein mit sich und den Sternen in der Ferne. Hätten sie die gemeinsame Einsamkeit gewählt, auf einem fernen Planeten, ohne anderes Leben, ohne Fremdes dass eine Gefahr für ihre unheimliche Bindung darstellte, wäre die Geschichte vielleicht anders verlaufen. Doch so gab es keine andere Wahl, zwischen all den anderen Seelen am unendlichen Strand.

Sie nahm seine Hand in die ihre und sie gingen ein kleines Stück. Die Wellen rollten geräuschlos an Land und benetzten ihre Füße mit Wasser. Nach ein paar Schritten drehte sie sich zu ihm, sah in sein glücklich, überraschtes Gesicht. Nackt stand sie vor ihm, nur das Seidentuch, grau wie ein trüber Herbstmorgen, verdeckte das nötigste. "Sag was du fühlst...trau dich nur", sagte sie und er sprach: "Ich liebe dich" und sie lächelte und öffnete ihr Herz. Der Junge am Meer war glücklich. Kein Tag in seiner Erinnerung der schöner war.

Doch schon bald waren es die anderen am Strand, die so vieles unerträglich machten. Sie wollte nur ihn und sie wollte ihn allein, er wollte nur sie, doch ohne andere zu verlassen. Der Stein des Anstoßes war nur ein kleiner, der seine Ferse verletzte und ihn veranlaßte zurückzubleiben. Ihre Hände trennten sich, doch bevor das Mädchen mit dem schwarzen Haar ging, ließ sie einen glitzernden Gegenstand in den Sand fallen. Seine Hände griffen ganz langsam nach diesem Etwas und hoben es behutsam auf. Als er seinen Kopf wieder hob, war das Mädchen verschwunden. Irgendwo an diesem unendlichen Strand ging sie nun ihren Weg.

Und heute, nach so langer Zeit, geht auch er seinen Weg. Doch manchmal denkt er noch an das Mädchen mit dem schwarzen Haar. Dann sucht er am Strand nach einer Fußspur, doch zwischen diesen Abertausenden findet er nicht die ihre. So bleibt ihm nur das glitzernde Etwas dass er einst vom Sand aufhob und in sein Herz schloß. Dort in seinem Herzen, in einer kleinen, verschlossenen Ecke, liegt dieses Ding. Es ist eine Träne - Lacrima.
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Floh's Blog

Die Welt ist eine Scheibe Leberkäse.

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